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Paul Gauguin

 

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Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Paul Gauguin von Jp. A. Calosse, herausgegeben von Parkstone International.

Gauguin war ein leidenschaftlicher Liebhaber von Malerei und Photographie, verfügte über eine ausgezeichnete Gemäldesammlung und war der Freund von Nadar, eines Karikaturisten und Photographen, der seine Werkstatt für die erste Ausstellung der Impressionisten zur Verfügung stellte.

Möglicherweise spielte bei der Entstehung dieser Leidenschaft auch der Umstand eine gewisse Rolle, dass es von seiten seiner Mutter in der Verwandtschaft zwei Künstler gegeben hatte: einer war Zeichenlehrer, der andere Lithograph und Graveur.

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Otahi (Allein), 1893. Öl auf Leinwand, 50x73cm. Privatsammlung

Seit seiner Kindheit umgaben ihn im Hause der Mutter spanische und peruanische Keramiken, Porträts und Gemälde, die ihm seine Mutter vererbt hatte, die aber wahrscheinlich bei dem Brand ihres Hauses vernichtet wurden.

Aus dem Jahre 1871 stammt das erste bekannte Landschaftsbild Gauguins, ein Ölgemälde, das wahrscheinlich als Ergebnis der Malstunden entstanden ist, die er gemeinsam mit Arosas Tochter besuchte. Sobald er die Möglichkeit dazu hat, erwirbt Gauguin, dem Beispiel Arosas und seinen natürlichen Neigungen folgend, eine kleine, doch für seinen künstlerischen Geschmack typische Sammlung von Bildern: Manet und Monet, Pissarro, Cézanne, Renoir und Sisley, deren Werke damals kaum jemandem bekannt waren. Der einzige Freund Gauguins unter den Kollegen in der Bank war Emile Schuffenecker. Dieser besaß das Diplom eines Zeichenlehrers, war jedoch aus finanziellen Gründen gezwungen, in der Bank zu arbeiten.

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Blaue Bäume, 1888. Öl auf Leinwand, 92x73cm. Ordrurpgaardsamlingen, Kopenhagen.

Gemeinsam fertigen sie Naturstudien an, sonntags besuchen sie die Académie Colarossi, Museen und Ausstellungen, darunter auch die erste Ausstellung der Impressionisten. Die entscheidende Rolle beim Heranführen Gauguins an die Kunst, in erster Linie an die Probleme der impressionistischen Malerei, spielte seine Bekanntschaft mit Pissarro, der, besonders während der gemeinsamen Studien im Freien, nicht mit theoretischen und praktischen Ratschlägen geizte. Bei Pissarro lernte Gauguin Cézanne kennen, dessen Werke und schöpferische Persönlichkeit seine Aufmerksamkeit fesselten und bedeutenden Einfluss auf ihn ausübten.

Gauguin lernte jedoch nicht nur von Pissarro und Cézanne. Er nutzte jede sich ihm bietende Möglichkeit, um sich die fehlenden Kenntnisse und beruflichen Fertigkeiten auf verschiedenen Kunstgebieten anzueignen. Es besteht kein Zweifel daran, dass es bewusste Interessen waren, die Gauguin anregten, enge Kontakte zu anderen Künstlern zu suchen, ein Haus und eine Werkstatt zunächst bei dem Keramiker und Juwelier Jean-Paul Aubé und dann bei dem Marmorbildhauer Jules Ernest Bouillot zu mieten.

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Bretoninnen und Kalb, 1888. Öl auf Leinwand, 91x72cm.
Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen

Dort schuf Gauguin auch seine ersten Gips- und Marmorbüsten von seiner Frau und seinem Sohn. 1876 nimmt Gauguin an der Ausstellung des Salons teil, und sein Bild erhält eine wohlmeinende Kritik in der Presse. Von 1879 an beginnt er seine Bilder gemeinsam mit den Impressionisten auszustellen. Dabei spielt er eine aktive Rolle in der organisatorischen Arbeit, die notwendig ist, um den einen oder anderen Maler für die Teilnahme an den Ausstellungen der Gruppe zu gewinnen. Allmählich verdrängt die Kunst alle anderen Interessen aus dem Leben Gauguins, und als er im Jahre 1883 infolge einer Finanzkrise gezwungen ist, die Arbeit in der Bank zu beenden, so tut er das nicht ohne Freude, wenn auch nicht ohne Angst vor der Zukunft. Er beschließt, mit seinem Dienst endgültig zu brechen. Er unternahm keinerlei Versuche, sich erneut in der Welt der Financiers zu etablieren, obwohl er sich sehr bald davon überzeugen musste, dass das Leben eines Künstlers, der es unternimmt, in der Kunst sein eigenes Wort zu reden · und eben darin sah er seine Berufung ·, voll von Leiden und Entbehrungen ist. Die Ersparnisse schmolzen schnell dahin, und Gauguin siedelte mit seiner Familie nach Rouen über in der Hoffnung, dort wohlhabende Auftraggeber zu finden. Da sich diese Hoffnungen jedoch nicht erfüllten, sah er sich gezwungen, nach Kopenhagen, der Heimat seiner Frau, zu fahren.

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Buongiorno, Monsieur Gauguin, 1889.
Olio su tela, 113 x 92 cm.
Galleria Noarodni, Praga.

Deren Familie versuchte vergeblich, den auf Abwege geratenen Verwandten zur Vernunft zu bringen, indem sie ihm eine Stelle in einer Firma beschaffte, die mit Pferdedecken und Leinwand handelte, wofür der Künstler keinerlei Interesse zeigte. Die feindselige Einstellung der dänischen Verwandtschaft ist gleichbedeutend mit Vertreibung, und so reist er nach einem halben Jahr, seine Frau mit vier Kindern in Kopenhagen zurücklassend, mit seinem sechsjährigen Sohn nach Paris ab. Von diesem Moment an kennt er nur noch ein Ziel, er möchte Künstler werden, und zwar ein hervorragender Künstler. Die erste Periode im Schaffen Gauguins, die damit begann, dass er sich an Sonntagen handwerkliche Fähigkeiten aneignete, war engstens mit dem Impressionismus verbunden. Beeinflusst wurde sie vom künstlerischen Geschmack Arosas, den Stunden bei Pissarro, seinen eigenen Überzeugungen und seiner Ausdauer.

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Mann mit Axt, 1891. Öl auf Leinwand, 92x70cm. Privatsammlung

Als ein Mensch, der erst im Erwachsenenalter begonnen hatte, sich mit Malerei zu beschäftigen, und der von Jugend an gewohnt war, selbständig Entscheidungen zu treffen, schätzte Gauguin auch in der Kunst alles Mutige, Neue und Entschlossene. Dank seinen direkten und mittelbaren Lehrern fasste Gauguin, der von Anfang an im Geiste der Feindseligkeit gegenüber den in der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschenden ästhetischen Normen der Akademie geformt worden war, das Schaffen der Impressionisten in erster Linie als Kampf gegen diese akademischen Regeln auf, und bald darauf begann er diesen Kampf mit einer Empörung gegen die bürgerliche Gesellschaft zu assoziieren. Eben aus diesem Grunde wird sich Gauguin auch weiterhin Impressionist nennen, obwohl er sich bereits seines Brechens mit den Prinzipien der impressionistischen Malerei vollständig bewusst ist. Damit lässt sich auch die Parallele erklären, die Gauguin in dem Selbstbildnis, betitelt Les Misérables (Die Elenden) (Rijksmuseum Vincent van Gogh, Amsterdam), und das in einem ganz anderen Stil gemalt ist, zwischen sich, den Impressionisten und dem Helden von Victor Hugos Roman, Jean Valjean, zieht…

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