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Gustav Caillebotte (1848-1894)

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Gustave Caillebotte (ISBN: 9781781608050) von Nathalia Brodskaïa und Victoria Charles, herausgegeben von Parkstone International.

Gustav Caillebotte (1848-1894) ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des französischen Impressionismus. Er war nicht nur ein sehr passionierter Maler, der rund 500 Gemälde schuf, sondern unterstützte zudem seine zeitgenössischen Künstlerkollegen als Sammler, Mäzen und Initiator von durch ihn finanzierter und organisierter Ausstellungen. Dessen ungeachtet gehört er bis heute zu den weniger beachteten impressionistischen Malern. Gustav Caillebotte wurde am 19. August 1848 als Ältester von drei Söhnen des zweifach verwitweten Tuchhändlers, Handelsrichters und Immobilienhändlers Martial Caillebotte und dessen dritter Frau Céleste Daufresne in Paris geboren, wo er in einem großbürgerlichen Umfeld aufwuchs. Der gehobene Lebensstil seiner Familie spiegelt sich auch in vielen seiner Bilder wider, auf denen das Leben in den gutbürgerlichen Wohnvierteln von Paris oder die zahlreichen Ausflüge auf das familieneigene Landgut in Yerres abgebildet sind.

Gustace Caillebotte - Autoportrait
Autoportrait au chapeau d’été ou Autoportrait, fragment
(Selbstporträt mit Sommerhut oder Selbstporträt, Fragment), um 1872-1878
Öl auf Leinwand, 44 x 33 cm. Privatsammlung, USA

Nach seinem Schulabschluss am Internat Lycée Louis-le- Grand in Vanves nahm Caillebotte zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften auf. Nach Ausbruch des Preußisch- Französischen Krieges (1870-1871) wurde er in die Garde nationale mobile de la Seine eingezogen. Für die Vorbereitungen seines Studienabschlusses wurde er nach einer Entschädigungszahlung seiner Familie jedoch zeitweise freigestellt, woraufhin er im Juli 1870 sein Studium der Rechtswissenschaft mit der Ùlicence en droit erfolgreich abschließen konnte. 1872 unternahm er mit seinem Vater eine Italienreise, während der er in Neapel den Maler Giuseppe de Nittis besuchte. Kurz darauf entstanden die frühesten uns heute bekannten Gemälde Caillebottes, wie zum Beispiel Straße bei Neapel. Noch im selben Jahr nahm er Unterricht bei dem französischen Maler Léon Bonnat, um sich auf die Aufnahmeprüfung der École des Beaux-Arts vorzubereiten. Im Jahr 1873 wurde Caillebotte – er ist zu dieser Zeit 25 Jahre alt – an der École des Beaux-Arts angenommen und schrieb sich in verschiedene Malereikurse ein, nachweisbar besucht hatte er jedoch nur die Zeichenklasse von Adolphe Yvon.

Als am 25. Dezember 1874 der Vater des Künstlers starb, hinterließ er der Familie neben einer großen Geldsumme mehrere Mietshäuser, Gutshöfe, Anleihen und Rentenpapiere. Caillebottes Mutter behielt den Familien-Landsitz mit dem groß angelegten, heute öffentlich zugänglichen Park in Yerres. Von der malerischen Umgebung inspiriert, fand Caillebotte insbesondere am Ufer des sich in der Nähe befindlichen Flusses zahlreiche Motive.

Gustave Caillebotte - Les Raboteurs de parquet (Die Parkettschleifer)
Les Raboteurs de parquet (Die Parkettschleifer) Variante, 1876
Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm. Privatsammlung

Als zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters sein jüngerer Bruder René Caillebotte im Alter von 25 Jahren starb, setzte der Künstler sein erstes Testament auf. Zwei Jahre darauf starb Caillebottes Mutter, woraufhin die Brüder den Familien-Landsitz in Yerres verkauften und einen neuen Landsitz in Petit-Gennevilliers erwarben.

Neben der Kunst besaß Caillebotte eine weitere große Leidenschaft, die er mit seinem jüngsten Bruder Martial Caillebotte teilte: Beide waren eingetragende Mitglieder im Pariser Segelclub Cercle de la Voile de Paris. Caillebotte gewann zahlreiche Regatten und formulierte, nachdem er nach vierjähriger Mitgliedschaft im Jahr 1880 der Vizepräsident des Clubs wurde, die erste international verbindliche Wettsegelordnung. Seine Leidenschaft für den Wassersport, die sich auch motivisch in vielen seiner Bilder wiederfindet und insbesondere seine Segelleidenschaft, gingen soweit, dass er selbst mit dem Bootsbau begann und 1885 unter dem Namen Chantiers Luce seinen eigenen Betrieb gründete. Insgesamt wurden 21 Segelyachten nach eigenhändigen Konstruktionszeichnungen Caillebottes gebaut, seine Werft war zeitweise die modernste Werft Europas.

Nachdem sein jüngster Bruder Martial geheiratet hatte, zog Caillebotte im Jahr 1887 aus dem gemeinsam bewohnten Appartment aus und zog sich auf den Landsitz in Petit Gennevilliers zurück, dessen Umgebung er daraufhin auf seinen Gemälden festhielt. Während er in seinem Garten in Gennevilliers an einem Landschaftsgemälde arbeitete, erlitt der Künstler einen Schlaganfall, an dessen Folgen Caillebotte am 21. Februar 1894 im Alter von 45 Jahren starb.

Durch das Erbe seines früh verstorbenen Vaters, wurde der Künstler zu einem der wichtigsten Förderer der französischen Impressionisten. Im Jahr 1874 half Caillebotte seinen Mitstudenten Edgar Degas, Claude Monet und Pierre Auguste Renoir, die erste in Paris stattfindende gemeinsame Ausstellung der impressionistischen Gruppe zu organisieren, die im selben Jahr stattfand. Im Jahr 1876 und den darauffolgenden Jahren (1877, 1879, 1880 und 1892) finanzierte und organisierte er die Gruppenaustellungen. Der Künstler kaufte viele der Werke seiner Freunde – oft zu höheren Preisen als sie ihm angeboten wurden – und legte eine große impressionistische Sammlung an. Als Monet in den Jahren um 1880 in eine finanzielle Notlage geriet, mietete Caillebotte für seinen Freund ein Atelier an, kaufte ihm Leinwände, erwarb einzelne seiner Werke und unterstützte ihn finanziell. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Mäzen und Sammler, war der Künstler mit den meisten französischen Malern des Impressionismus eng befreundet, was zahlreiche Briefe belegen. Neben Monet gehörten Camille Pissarro und Auguste Renoir zu seinem engsten Freundeskreis.

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