Eugène Delacroix – Der Maler der Freiheit

Ob es der Arabische Frühling oder Bürgerrechtsbewegungen in der westlichen Welt sind – noch immer kämpfen Menschen unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und mehr Rechte. Dieser Kampf gegen Willkür und Unterdrückung geht vor allem auf die europäischen Revolutionen des 19. Jahrhunderts zurück, als der Ruf nach Freiheit ganze Staaten und Systeme ins Wanken brachte. Jede Revolution erzeugt hierbei ihre eigenen Bilder und Symbole, die auch in der Kunst verarbeitet werden.

Der dem Stil der französischen Romantik angehörende Maler Eugène Delacroix (1798-1863) setzte sich in zwei seiner bekanntesten Werke sowohl mit der französischen Julirevolution von 1830 als auch mit dem Griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821 bis 1829 auseinander und prägte damit deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Die Freiheit führt das Volk, 1830. Öl auf Leinwand, 260 x 325 cm. Louvre, Paris.
Die Freiheit führt das Volk, 1830. Öl auf Leinwand, 260 x 325 cm. Louvre, Paris.

Die Trikolore schwenkende und Massen aus Arbeitern, Bürgern und Studenten anführende Marianne symbolisert als Ikone der Freiheit den nationalen Kampf für die französische Republik.

Daneben steht das Massaker von Chios im Jahr 1822, das während der Aufstände gegen die osmanische Herrschaft an der griechischen Bevölkerung verübt wurde, und bei dem etwa 70 000 Zivilisten erbarmungslos getötet oder versklavt wurden.

Die Grausamkeit und deren Darstellung veränderte die Meinung im Westen zugunsten der Griechen. Auf anfänglich ausschließlich wirtschaftliche Bedenken folgten politische Sorgen, die als Reaktion die Unterstützung der griechischen Kämpfer hatte. Der Krieg endete schließlich mit der Unabhängigkeit Griechenlands.

Beide Länder fielen jedoch wieder in monarchische Strukturen zurück. In Griechenland setzte der Westen ein absolutistisch anmutendes Königtum ein, auch in Frankreich bestand weiterhin eine Monarchie, wenngleich hier die liberalen Ideen auf längere Sicht gestärkt werden konnten.

Das Massaker von Chios, 1824. Öl auf Leinwand, 419 cm × 354 cm. Louvre, Paris.
Das Massaker von Chios, 1824. Öl auf Leinwand, 419 cm × 354 cm. Louvre, Paris.

Die Ideale der Julirevolution beeinflussten daneben auch ähnliche Bewegungen in ganz Europa, wo ihre Fürstreiter in der Folge immer wieder Erfolge aufweisen konnten, was veranschaulicht, welch starke Wirkung von Symbolen in der Kunst ausgehen kann, wenn Menschen dazu bereit sind, für die dort repräsentierten Ideale einzustehen.

Die Ausstellung Delacroix and the Matter of Finish im Santa Barbara Museum of Art zeigt vom 27. Oktober 2013 bis zum 26. Januar 2014 Ausschnitte aus dem Werk dieses großartigen Malers, der von Künstlern wie Pierre-Auguste Renoir, Georges Seurat und Paul Cézanne gefeiert wurde.

http://www.sbma.net/exhibitions/delacroix.web

Allen, die sich bereits vorher mit dem Werk von Delacroix beschäftigen wollen, empfehlen wir das Buch Delacroix, das im Verlag Parkstone-International erschienen ist.

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