Crossover in der Kunst – Wunderkammern der Moderne

Durch die Erweiterung des Kunstbegriffs ist es wieder möglich geworden, Kunst nicht mehr streng nach Genre oder Epochen gliedern zu müssen und daher als Ganzes und Gleichzeitiges zu betrachten. Somit kann von einem Crossover, nicht nur in der künstlerischen Praxis, sondern auch in der allgemeinen Kunstwahrnehmung gesprochen werden. Neben der Qualität und der Originalität der Kunstwerke setzen zeitgenössische Sammler immer mehr darauf, moderne Wunderkammern mit Bildern und Gegenständen zu schaffen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und ein einheitliches Ganzes verfolgen. Sie sind den Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance und des Barocks ähnlich, in denen Sammler ihre Objekte trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft gemeinsam in Räumen arrangierten und der Öffentlichkeit präsentierten. So werden auch heute wieder Naturalien nicht von Artefakten, Gemälde nicht vom Kunsthandwerk getrennt, sondern stilübergreifend als Einheit von Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft gezeigt. Daher können Kunstobjekte aus den verschiedenen Jahrhunderten mit Kuriositäten der Natur korrespondieren, profane Kunstwerke mit Arbeiten der religiösen Kunst kontrastieren und Meisterzeichnungen des Barocks mit surrealistischen Gemälden harmonisieren.

Willem van Haecht, Die Galerie von Cornelius van der Geest, 1628. Öl auf Holztafel, 99 x 129,5 cm Rubenshuis, Antwerpen.
Willem van Haecht, Die Galerie von Cornelius van der Geest, 1628. Öl auf Holztafel, 99 x 129,5 cm Rubenshuis, Antwerpen.

In unserer modernen Zeit, in der eine Vielzahl von Genres und Techniken miteinander verbunden werden und Intermedialität eine wichtige Rolle spielt, richten immer mehr Kunstmäzene den Fokus ihrer Privatsammlungen auf die Verflechtung und das Ineinandergreifen ihrer Artefakte, um eine einheitliche Kollektion aufzubauen.

Salvador Dalí, Mae West Room. Dalí Theater and Museum, Figueres.
Salvador Dalí, Mae West Room. Dalí Theater and Museum, Figueres.

Die Ausstellung For your eyes only zeigt einzigartige Exponate aus der Basler Sammlung von Richard und Ulla Dreyfus-Best, u. a. Werke von Künstlern wie Arnold Böcklin, Victor Brauner, Pieter Brueghel der Ältere, Giorgio de Chirico, Francesco Clemente, Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Man Ray und Andy Warhol. Des Weiteren werden verschiedenste Artefakte, ob Sklupturen oder Gemälde, vom Mittelalter bis zur Gegenwart zum ersten Mal gemeinsam in einer internationalen Exposition ausgestellt. Nach ihrer ersten Station in der Peggy Guggenheim Collection Venedig wird diese zeitgenössische Kunst- und Wunderkammer ins Kunstmuseum Basel und danach zum Musée Jacquemart-André nach Paris reisen.

Auch wenn die Sammlung erst ab Mai nächsten Jahres in der Peggy Guggenheim Collection, Venedig zusehen ist, kann man in intensiver Vorbereitung darauf die Zeit während der Weihnachtsfeiertage nutzen, um in verschiedenen Büchern, die im Verlag Parkstone International erschienen sind, zu schmökern, u. a. von Nathalia Brodskaïa: Surrealismus und Eric Shanes: Dali.

One thought on “Crossover in der Kunst – Wunderkammern der Moderne

  1. dear Niall, blog is o.k., get my approval with best regards, Klaus

    Am 26. Dezember 2013 10:06 schrieb Parkstone International :

    > Parkstone International posted: “Durch die Erweiterung des > Kunstbegriffs ist es wieder mglich geworden, Kunst nicht mehr streng nach > Genre oder Epochen gliedern zu mssen und daher als Ganzes und > Gleichzeitiges zu betrachten. Somit kann von einem Crossover, nicht nur in > der knstlerisch”