Deutsch

Alles Gute zum Geburtstag, Alphonse Mucha!

Diesen Monat wäre Mucha 160 Jahre alt gewesen.

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Buch Alphonse Mucha von Patrick Bade und Victoria Charles, herausgegeben von Parkstone International.

Selbstporträt, 1899. Öl auf Karton, 21 x 32 cm.
Mucha Museum, Prag.

Muchas Stil war eine Formel, die von weniger talentierten Imitatoren zwar nachgeahmt werden konnte, die aber wenig schöne Resultate erzielten. Mucha trug selbst zur Popularisierung und Vulgarisierung seines Stils bei, indem er ein illustriertes Buch dekorativer Entwürfe und Motive mit dem Titel Documents Decoratifs veröffentlichte. Wie er selbst etwas naiv bemerkte:

Madonna mit Lilien, 1905.
Leimfarbe auf Leinwand, 182 x 247 cm.

„… der geschäftstüchtige Herausgeber verkaufte das Werk an Schulen und Bibliotheken in fast allen Ländern Europas, und ich glaube es leistete einen gewissen Beitrag dazu, ästhetische Werte in das Kunsthandwerk einzuführen.“

Die vorhersehbare Folge war eine Welle von Plagiaten, und Mucha hatte während der Weltausstellung alle Hände voll damit zu tun, Imitationen seiner Werke aufzuspüren:

„… meine Kunst war en vogue, sie breitete sich als ‚le style Mucha’ in die Fabriken und Werkstätten aus und bei der Ausstellung wurden verschiedene Gegenstände beschlagnahmt, um die ursprünglichen Entwürfe vor Fälschungen zu schützen.“

Spätestens im Jahr 1906 muss Mucha sich darüber im Klaren gewesen sein, dass ‚le Style Mucha’ in dem sehr modebewussten Paris passé war. Im Vorjahr hatte die Künstlergruppe der Fauves im Salon d’Automne mit einem rohen und kraftvollen Stil, der Muchas Plakate kraftlos und altmodisch wirken lassen musste, in der Pariser Kunstszene für eine Sensation gesorgt. Im folgenden Jahr sollte Picasso mit seinem revolutionären Gemälde Les Demoiselles d’Avignon einen der Grundpfeiler der modernen Kunst errichten. Der Kubismus und auch der Futurismus mit seinem Slogan „Tötet den Mondschein“ und seiner Verachtung für alles, wofür das Fin-de-Siécle stand, zeichneten sich bereits am Horizont ab. Es war Zeit für Mucha, die Stadt zu verlassen, und so ging er auf der Suche nach lukrativen Porträtaufträgen und Dozentenposten in die Vereinigten Staaten. Muchas amerikanische Zeit, die bis kurz vor den Ausbruch des Ersten Weltkrieges dauerte, war sowohl beruflich als auch künstlerisch unbefriedigend. Sein Ehrgeiz, die riesigen Gemälde des Slawischen Epos zu malen, war stets in seinem Bewusstsein. Nach seiner endgültigen Rückkehr in sein Heimatland im Jahr 1913 widmete er die letzten Jahre seiner Laufbahn diesem Projekt. Patriotische Malerei ist indes nur selten gute Malerei. Muchas slawische Bilder sind keine üblen Gemälde – dafür war er immer zu gut –, aber ihnen fehlt auf seltsame Weise jegliche Individualität. Es könnte sich um Bilder eines beliebigen akademisch ausgebildeten und patriotischen Künstlers Europas handeln, wenn man einmal von den Motiven absieht. Mucha kreierte mit seinen Pariser Plakaten hingegen ironischerweise einen einzigartigen persönlichen Stil, dem bei all seinen kosmopolitischen Wurzeln eine unzweifelhafte, wenn auch kaum zu definierende slawische Note innewohnt. Mucha konnte allerdings bis in die 1920er Jahre hinein zu einem Jugendstil von nur leicht reduzierter gewundener Überschwänglichkeit zurückkehren, wenn er wieder Entwürfe oder Illustrationen herstellen sollte.

Das Schicksal, 1920.
Öl auf Leinwand, 53,5 x 51,5 cm.
Mucha Museum, Prag.

Mucha starb 1939 im schwärzesten Augenblick in der Geschichte seines Volkes, das nun zunächst sechs Jahre nationalsozialistischer Tyrannei und dann Jahrzehnte des von den Sowjets kontrollierten Kommunismus erleiden musste. Von einer Sache blieb Mucha jedoch stets überzeugt; dass der unbezähmbare Geist des tschechischen Volkes, das der Menschheit so viel Schönheit gegeben hat, sich wie niedergetretenes Gras wieder erheben würde.

Um einen besseren Einblick in Alphonse Mucha zu erhalten, setzen Sie dieses spannende Abenteuer fort, indem Sie auf AmazonUSItuneKoboCiandoBokusGoogleAmazon Germany, Ceebo(MediaControl), TolinoMedia, OpenPublishing, Thalia, eBook.de, Hugendubel.de, Ebook Gallery, Parkstone klicken.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.