Von der Eremitage bis zur Tretjakow-Galerie: Russlands bedeutendste Museen
Russland beherbergt einige der meistbesuchten Museen der Welt, in denen Kunst, Geschichte und Kultur jedes Jahr Millionen von Besuchern anziehen. Von kaiserlichen Sammlungen bis hin zu modernen Galerien spiegeln diese Einrichtungen das reiche Erbe und den globalen Einfluss des Landes wider. Hier sind einige der berühmten russischen Museen.
Moskau
Moskau, gelegentlich auch als „Drittes Rom“ bezeichnet, ist Russlands Haupt- und zugleich größte Stadt. Als nördlichste Megacity der Welt liegt Moskau an der Moskva im europäischen Teil Russlands. Als ein Zentrum von Kultur, Politik, Ökonomie und Wissenschaft nicht nur Russlands, sondern Europas, ist Moskau ein Paradies für Kulturkenner und Geschichtsinteressierte. Aus alten Fabriken und Lagerhallen wurden elegante Kunstgalerien, und während das Puschkin- Museum wächst und experimentiert, hält die Stadt aufregendes und pädagogisch wertvolles Bildmaterial bereit.
Pushkin Museum
Das Puschkin-Museum liegt im Zentrum Moskaus. Ursprünglich von Zar Alexander III. (1845-1894) als Museum der schönen Künste benannt, öffnete es 1912 seine Pforten. Von Beginn an war es besonders bei Lehrern und Schülern aller Stände äußerst beliebt. Wochentags kamen über 700, an den Wochenenden bis zu 2500 Besucher. Im Jahr 1932 wurde es in Staatliches Museum der schönen Künste umbenannt, bevor es 1934 seinen aktuellen Namen erhielt. Heute beherbergt das Puschkin-Museum über 670 000 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Artefakte, Münzen, Bronzen und Fotografien, gleichzeitig veranstaltet es eigene Restaurationsworkshops und ist eine von Moskaus führenden akademischen Bibliotheken.

Generell werden die Arbeiten in vier Ausstellungen getrennt: eine zeigt Abgüsse von Baudenkmälern und Skulpturen aus dem Nahen Osten, der Klassik, dem Mittelalter und sowohl der italienischen als auch der nordischen Renaissance, eine andere zeigt Originalarbeiten und kulturelle Artefakte alter Zivilisationen. Die dritte Ausstellung präsentiert byzantinische Ikonen sowie Gemälde vom 8. bis zum 20. Jahrhundert nicht nur aus der Hand Alter Meister, sondern auch von westeuropäischen und amerikanischen Malern und Bildhauern des 19. und 20. Jahrhunderts. Die vierte und letzte Ausstellung bietet einen Einblick in die Persönlichkeiten der einzelnen Sammler.

Staatliche Tretjakow-Galerie
Die Staatliche Tretjakov-Galerie wurde offiziell nach der Schenkung (1892) von Pawel Michailowitsch Tretjakow (1832-1898) eröffnet. Tretjakow begann 1856 mit seiner Sammlung und häufte im Lauf seines Lebens beinahe 2 000 Kunstwerke an und schuf damit die Grundlage für eine Nationalgalerie. Seine Sammlung trug erheblich dazu bei, dass die Staatliche Tretjakow- Galerie weltweit die größte Sammlung russischer Kunst hat. Heute beherbergt das Museum mehr als 170 000 Kunstwerke russischer Künstler. Das Museumsgebäude wurde auf der Grundlage eines russischen Märchens vom Maler Wiktor Wasnezow (1848-1926) entworfen und zwischen 1902 und 1904 errichtet. Die Galerie wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts vergrößert, als für den Anbau benachbarte Gebäude erworben wurden. Darunter befindet sich auch die im 17. Jahrhundert errichtete Kirche St.-Nikolaus in Tolmachi. Die Sammlung reicht von Arbeiten Andrei Rubljow (um 1360- 1430) bis Wassily Kandinsky (1866-1947) und behandelt damit viele Stile und Künstler.

Sankt Petersburg
Sankt Petersburg, von 1914 bis 1924 als Petrograd, von 1924 bis 1991 als Leningrad bekannt, wurde 1703 gegründet und nach dem Gründer der Stadt, Zar Peter I., der Große (1672-1725) benannt. Sankt Petersburg wird umgangssprachlich Piter genannt und trägt die Beinamen Venedig des Nordens, Palmyra des Nordens und aufgrund einer jahrhundertealten Fehde zwischen Sankt Petersburg und Moskau auch nördliche Hauptstadt Russlands. Die Stadt ist der wichtigste russische Hafen für die Ostsee und gleichzeitig eines der wichtigsten Kulturzentren Europas. Sankt Petersburg bietet bildende Kunst, eine produktive Architekturszene und wurde dank seiner beeindruckenden Geschichte zu einem beliebten Touristenziel. Die ganze Stadt ist voller historisch wertvoller Gebäude. Zu den bekanntesten und meistbesuchten gehören der Katharinenpalast, die Eremitage (das wohl berühmteste der zweihundert Museen der Stadt) sowie die Festung Peter-und-Paul.
Russisches Museum
Durch einen Erlass des später von den Bolschewisten erschossenen Kaisers Nikolaus II. (1868-1918) 1895 gegründet und der Öffentlichkeit 1989 zugänglich gemacht, war das Russische Museum das erste Staatliche Museum für schöne Künste in Russlands. Heute beherbergt die Sammlung mehr als 400 000 Kunstschätze. Mit einem erweiterten Restaurationszentrum und einem wichtigen Bildungszentrum ist das Museum eine dominierende akademische Forschungseinrichtung. Es ist für die 260 anderen Nationalmuseen des Landes von zentraler Bedeutung. Der Michailowski-Palast und der Benois-Flügel, die beiden Hauptgebäude des Museums, beherbergen eine die gesamte Geschichte russischer Kunst vom 10. bis zum 20. Jahrhundert nachzeichnende Dauerausstellung, die keine Form, Genre, Bewegung oder Kunstrichtung benachteiligt. Die Grundfläche wurde in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich erweitert und erstreckt sich nun über drei Gärten, zwei Paläste, ein Schloss und den ehemaligen Wohnsitz von Peter I., dem Großen.

Eremitage
Katharina die Große (1729-1796) gründete 1764 das Staatliche Eremitage-Museum, das heute als eines der ältesten und größten Museen der Welt gilt. Seit 1852 ist es der Öffentlichkeit zugänglich, die Sammlung besteht aus fast drei Millionen Stücken, von denen sich nur eine kleine Anzahl in der ständigen Ausstellung befindet. Die Eremitage beheimatet die weltweit größte Gemäldesammlung. Um eine solch riesige Sammlung unterzubringen, werden sechs Gebäude benötigt, darunter der Winterpalast, der Menschikow-Palast, das Porzellanmuseum und die Aufbewahrungsmöglichkeit in der Starya Derevnya, die alle der Öffentlichkeit nur teilweise zugänglich sind. Das vielleicht bildhafteste dieser Gebäude ist der Winterpalast, früher eine Residenz der russischen Zaren. Unter royalem Besitz war der Winterpalast auch ein Museum: Es beherbergte die private Schatzsammlung des Zaren. Die erste öffentliche Ausstellung drehte sich um die Geschichte der Revolution und erlaubte es der Öffentlichkeit erstmals, die königlichen Gemächer zu besichtigen. Mit seinen verschiedenen Ausstellungszentren im Ausland zieht das Museum ungefähr 3,5 Millionen Besucher jährlich an.

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Der obige Text ist ein Auszug aus dem Buch „Kunst in Europa“ (ISBN: 9781783109029) von Victoria Charles, erschienen bei Parkstone International.
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