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Die Linse als Zeitzeuge
Nackt, das Gesicht verzerrt von Schmerz, voller Todesangst: wohl kaum ein anderes Bild verdeutlicht die Schrecken des Vietnamkrieges so eindrucksvoll wie das Foto, das die neunjährige Phan Thi Kim Phúc zeigt, wie sie 1972 in Trang Bang, einem Dorf unweit von Saigon, vor einem Napalm-Luftangriff flieht. Die Fotografie verbreitete sich rasch um die ganze Welt und machte das Mädchen zur Ikone des Vietnamkrieges. Rund zehn Jahre zuvor ging Malcolm Brownes schockierende Aufnahme eines brennenden vietnamesischen Mönchs ins kollektive Bildgedächtnis der Menschheit ein – als Manifest für die Auflehnung gegen die Unterdrückung eines Volkes und als Symbol gegen die Instrumentalisierung von Individuen zugunsten der Erreichung eines höheren Ziels. Selbst der damalige…
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Buddhismus zwischen Trend und Tradition
„Wenn der Eisenvogel fliegt und die Reitpferde auf Rädern rollen, wird der Mann aus dem Schneeland seine Heimat verlassen müssen und die buddhistische Lehre wird die Länder des rotwangigen Mannes erreichen.” Mit dieser verblüffend realitätsnahen Prophezeiung sagte einer der Begründer des Buddhismus, der Mönch Padmasambhava, bereits vor über 1200 Jahren den Erfolgskurs des buddhistischen Glaubens in Richtung Westen voraus. Ob er damals bereits ahnte, in welcher Form die spirituellen Weisheiten hierorts praktiziert werden würden, ist jedoch fraglich. Eines ist jedenfalls sicher: Der Buddhismus liegt bei uns mittlerweile voll im Trend. Die einen dekorieren mithilfe von exotischem Massivholz-Interieur und diversen Accessoires aus dem Asiashop die eigenen vier Wände zum privaten Shangri-La…






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