Von Sandalen bis zu Sneakers: Die faszinierende Geschichte der Schuhe
Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Die Kunst der Schuhe (ISBN: 9781783106295) von Marie-Josèphe Bossan, herausgegeben von Parkstone International.
Heinrich II. von Montmorency
Heinrich II. von Montmorency, der Enkel von Anne von Montmorency, ist Konnetabel, Marschall von Frankreich und königlicher Berater von Franz I. und Heinrich II. Als letzter Vertreter der älteren Linie der berühmten Familie, Patenkind von König Heinrich IV., hat er mehrere prestigereiche Posten inne: Admiral von Frankreich und der Bretagne, Vizekönig von Neufrankreich und nach dem Rücktritt seines Vaters im Jahr 1613 auch Gouverneur der Provinz Languedoc.

Wegen seiner militärischen Leistungen wird er zum Marschall ernannt. Gaston von Orléans überredet ihn jedoch dazu, Languedoc zum Aufstand anzustiften. Die unbedachte Revolte gegen Kardinal Richelieu bringt ihn ins Gefängnis von Castelnaudary. Vom Aufwiegler im Stich gelassen, wird er zum Tode verurteilt und 1632 in Toulouse enthauptet. Sein mit einer Lilie verzierter Lederschuh mit Monogramm wird im Musée International de la Chaussure aufbewahrt. Er zeugt vom meisterhaften Können der Schuhmacher in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Schuhe der Marquise de Pompadour oder der Erfolg des Absatzes im Stil Ludwigs XV
Die flachen, mit Silberfäden bestickten gelben Seidenschuhe mit leicht erhöhter Spitze zeigen Spuren der Abnutzung. Sie stammen aus dem Nachlass der Madame de Pompadour, die sie ihrer Kammerzofe geschenkt hatte. Die Schnallen sind verloren gegangen. Das im Victoria and Albert Museum in London aufbewahrte Porträt von François Boucher aus dem Jahr 1758 zeigt die mit gekreuzten Füßen sitzende Marquise. Sie trägt neue, mit einer großen, wahrscheinlich silbernen Schnalle verzierte Schuhe. Auf dem Porträt der Wallace Collection in London hat Boucher sie stehend dargestellt. Ihr rechter Fuß wird von ihrem gelben Kleid verhüllt.
Am linken Fuß trägt sie einen mit einer Schnalle geschlossenen Schuh mit Absatz, der denen im MIC von Romans ähnelt. Auf einem dritten Porträt von Boucher aus der Sammlung von Maurice von Rothschild erkennen wir prächtige rosa Pantoffeln mit erhöhter orientalischer Spitze, die durch die reich verzierte Oberseite und die längs über die Schuhmitte verlaufende Tresse noch betont wird. Am Rand erkennen wir eine bauschige Stoffrosette. Der hohe, mit weißem Leder überzogene Absatz ist typisch für den Stil Ludwigs XV. Die Schuhe sind perfekt auf die rosafarbenen Verzierungen des grünen Kleids der Marquise abgestimmt.

Auf dem Pastellbild von Quentin de la Tour im Musée du Louvre trägt sie ebenfalls entzückende rosa Pantoffeln, der Schmuck ist jedoch schlichter. Die vier Porträts der für ihre Eleganz bekannten Madame Pompadour illustrieren wunderbar die weibliche Schuhmode unter Ludwig XV. – die mit einer Schnalle geschlossenen Schuhe und die Pantoffeln. Die Absätze der Pantoffeln im Stil Ludwigs XV. – eine noch heute verwendete Bezeichnung – sind selbst im 21. Jahrhundert noch in Mode und das Fachwörterbuch der Schuhindustrie von Louis Rama, das Nachschlagewerk schlechthin, gibt folgende Definition: „Der Absatz im Stil Ludwigs XV. ist ein hoher, nach innen gebogener Absatz, dessen Hohlraum durch die überlappende, geschlitzte Sohle, das so genannte Sohlenendstück, bedeckt wird.“ Im Laufe der Jahre ändern sich die Herstellungsverfahren, neue Konturen entstehen, aber das Prinzip des im 18. Jahrhundert konzipierten Absatzes bleibt das Gleiche. Allein der so bezeichnende Name des Absatzes symbolisiert das ewig Weibliche.

Der Schuh von Marie-Antoinette
Der am 16. Oktober 1793 unter dem Schafott auf dem Place de la Révolution in Paris aufgefundene Schuh wird der Königin zugeschrieben. Noch am selben Tag wird er für einen Louisdor an den Grafen von Guernon-Ranville verkauft, der ihn sofort zu einer Reliquie erklärt. Auf der Innenseite des Schuhs steht handgeschrieben: „Den Schuh trug die Königin Marie-Antoinette am Tage ihrer Hinrichtung. Als er der Königin vom Fuß glitt, wurde er von jemandem aufgelesen und sofort vom Grafen von Guernon- Ranville erworben.“

In seinem Buch über Marie-Antoinette schreibt André Castelot: „Sie steigt so eiligen (einem Zeugen zufolge: herausfordernden) Schrittes auf die steile Leiter, dass ihr einer der beiden kleinen, schieferblauen Schuhe im Stil von Saint- Huberty vom Fuß gleitet.“ Nach Aussagen Rosalie Lamorlières, der Kammerzofe der Königin im Temple (Staatsgefängnis während der französischen Revolution), begibt sich Marie-Antoinette mit den zwei Zoll (ca. fünf cm) hohen Schuhen im Stil von Saint-Huberty, der Opernsängerin, auf die diese Mode zurückgeht, zu ihrer Hinrichtung. Der Schuh ist entweder aus Seide oder aus Leder.
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