Die Kunst des Krieg
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Der Krieg in der Kunst: 200 ikonische Gemälde der berühmtesten Schlachten der Welt

Quelle des Einführungsvideos: Video „Person schnippt mit Plastikspielzeugsoldaten“ von Thirdman von Pexels.

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Der Krieg In Der Kunst (ISBN: 9781783106820) von Victoria Charles und Sun Tzu, herausgegeben von Parkstone International.

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Wir waren Experten auf dem Gebiet der Camouflage, nur dass wir zum damaligen Zeitpunkt in der einfachen Infanterie ums Überleben kämpften. Die Einheit bestand aus Künstlern, da irgendjemand in der Armee auf die Idee gekommen war, dass sich unsereins besonders gut für die Camouflage eigne. (Kurt Vonnegut, Blaubart)

Jean Alaux (Le Romain), Schlacht von Denain, 24. Juli 1712, 1839, Die Kunst des Krieg
Jean Alaux (Le Romain), Schlacht von Denain, 24. Juli 1712, 1839. Öl auf Leinwand, 465 x 543 cm. Musée national des châteaux de Versailles et de Trianon.

Über Jahrhunderte waren Schlachten bloß eines von vielen Motiven, aus denen der vielseitige Künstler auswählte. Seine Beweggründe waren für gewöhnlich rein ästhetischer Natur oder mitunter insofern auch finanziell bedingt, als es sich bei bestimmten Gemälden um Auftragsarbeiten handelte. Ein diesbezüglicher Wandel begann sich um die Zeit der Amerikanischen Revolution abzuzeichnen, als Künstler, u.a. Männer wie John Trumbull oder Emanuel Leutze (Autor des berühmten Gemäldes Washington überquert den Delaware; Metropolitan Museum of Art, New York), sich mehr auf kriegsbezogene Kunst zu konzentrieren, wenn nicht sogar zu spezialisieren begannen. Dieses Sichfestlegen ist in der Hinsicht nicht überraschend, da sich in der Kunstwelt eine allgemeine Entwicklung hin zur Spezialisierung zurückverfolgen lässt. Während es bis in die Renaissance immer herausragende Künstler gegeben hatte, die auf mehreren Gebieten gleichzeitig tätig waren, ohne sich jemals auf ein Thema festzulegen, begann sich kurz darauf ein anderer Trend abzuzeichnen: Künstler entschieden sich für ein Themenfeld und blieben diesem für den Großteil ihrer künstlerischen Laufbahn verhaftet.

Henri-Frédéric Schopin, Schlacht bei Hohenlinden am 3. Dezember 1800, 1836, Die Kunst des Krieg
Henri-Frédéric Schopin, Schlacht bei Hohenlinden am 3. Dezember 1800, 1836. Öl auf Leinwand, 465 x 543 cm. Musée national des châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles.

In der Kunst, die den Krieg zum Thema hat, war dies eine fortlaufende Entwicklung. Neben den „zivilen“ Künstlern, die sich dazu entschieden, die landeseigenen Kriege zum Thema ihrer Kunst zu machen, begannen sogar Regierungen, anerkannte Kriegsmaler einzusetzen, die teils selbst in der Armee dienten, und sie damit zu beauftragen, Kämpfe bildlich festzuhalten. Von da an war es nur noch ein Katzensprung zu speziell von Armeen entwickelten Kunstprojekten und dem „internen Maler“ – einem Kunst-Soldaten, dessen Eindrücke von Krieg und Kampf absolut subjektiv und unverfälscht zugleich waren.

Demgemäß gewann die Rolle des Kriegsfotografen an Bedeutung, in dessen Tätigkeitsfeld sich der Begriff „dokumentarisch“ erstmals wirklich auf die Kriegskunst anwenden ließ. Das soll nicht heißen, dass die von Kriegsmalern und -fotografen eingefangenen Eindrücke keinerlei Befangenheit oder Verzerrung aufweisen, aber selbst wenn es sich dabei lediglich um die subjektive Aufzeichnung der Kriegserfahrung einer einzelnen Person handelt, so übersteigt diese in ihrem realistischen und dokumentarischen Wert doch allemal Jahrhunderte von Kriegsgemälden. Nichtsdestotrotz leitete diese neue Realitätsnähe gleichzeitig auch das Ende der Kriegskunst in ihrer bisherigen Form ein. Künstler, die im Ersten Weltkrieg dienten, kehrten nicht mit Erinnerungen an ehrenhafte, feindliche Lager überfallende Krieger, waghalsig tapfere Kavallerieangriffe oder listige Manöver zurück. Stattdessen zeigten sie das Grauen, einen Freund bei einem Gasangriff zu verlieren, von einem Panzer zermalmt zu werden sowie die aufreibende Erfahrung des Grabenkriegs oder unablässigen Geschützfeuers. In gewisser Weise bedeutete dieser Weltkrieg neben allem Unheil auch das Ende der Verherrlichung in der Kunst des Krieges.

Félix Philippoteaux, Eine Episode aus der Schlacht von Balaklawa, 19. Jh., Die Kunst des Krieges
Félix Philippoteaux, Eine Episode aus der Schlacht von Balaklawa, 19. Jh. Öl auf Leinwand, 296 x 446 cm. Musée national des châteaux de Versailles et de Trianon, Versailles.

Allen Veränderungen zum Trotz hat das Kriegsgemälde nicht aufgehört zu existieren, selbst wenn heutzutage das Vertrauen der Menschen in Fotos für Dokumentationszwecke größer, Verherrlichung weder salonfähig noch plausibel und die Kritik zum Hauptzweck aller Kunst geworden ist, die sich mit Krieg befasst. Die „internen“ Künstler gibt es noch immer und sie teilen ihre Kriegserfahrung weiterhin auf künstlerische Weise mit all denjenigen, deren Augen und Ohren dafür offen sind. Schließlich hat sich auch die von Sun Tzu gemeinte „Kunst des Krieges“ verändert. Nach dem Kalten Krieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der im letzten Jahrzehnt begonnene asymmetrische Krieg gegen den Terror das Gesicht des Krieges noch weiter und auf immer verunstaltet – obwohl die Motive im Großen und Ganzen immer die gleichen bleiben: Rassenhass, wirtschaftliche Interessen, Intervention oder fehlgeleiteter religiöser Eifer. Der technologische Fortschritt hat viel von dem, was in der Kriegsführung einmal als wahr galt, null und nichtig gemacht. Was bleibt dann aber Wahres von der ursprünglichen Kunst des Krieges über? Dass der Krieg „eine Sache von Leben und Tod“ ist.

Um einen besseren Einblick in Der Krieg in der Kunst zu erhalten, setzen Sie dieses spannende Abenteuer fort, indem Sie auf:

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