David Hockney, Die Pop Art Tradition
Art,  Deutsch

Entdecken Sie die farbenfrohe Welt von David Hockney

David Hockney (9. Juli 1937 – 11. Juni 2026) war ein einflussreicher englischer Maler, Grafiker, Fotograf und Bühnenbildner, der zu einer der führenden Persönlichkeiten der Pop-Art-Bewegung der 1960er Jahre wurde. Bekannt für seinen lebendigen Umgang mit Farben und seine meisterhafte Darstellung von Licht, ist er wohl am bekanntesten für seine ikonischen, sonnendurchfluteten Gemälde von Schwimmbädern in Los Angeles und seine ausdrucksstarken Porträts. Werfen wir nun einen Blick in unseren Artikel!

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Die Pop Art Tradition (ISBN: 9781783106448), von Eric Shanes herausgegeben von Parkstone International.

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David Hockney ist wahrscheinlich der am meisten bewunderte britische Maler aus der Tradition der Pop-/ Massenkultur-Kunst. In Nordengland geboren, studierte er in seiner Heimatstadt Bradford, bevor er von 1959 bis 1962 als Postgraduierter am Royal College of Art in London studierte. Dort begegnete er R.B. Kitaj, der ihn ermutigte, den pflichtschuldigst befolgten abstrakt-expressionistischen Ansatz zugunsten seiner wahren künstlerischen Interessen aufzugeben. Hockney trat daraufhin in die erste seiner zahlreichen reifen stilistischen Phasen ein.

Wie sein großes künstlerisches Vorbild Pablo Picasso hat Hockney viele unterschiedliche kreative Phasen durchlaufen. Die erste dauerte von 1961 bis 1966 und war wohl die visuell einfallsreichste Periode seiner gesamten Karriere. Sein Stil dieser Zeit verdankte viel dem französischen Maler Jean Dubuffet, der eine auf der visuellen und expressiven Direktheit von Graffiti und Kinderkunst beruhende bewusst grobe Art des Malens entwickelt hatte. Die leicht kindliche Seite von Hockneys Natur wurde von diesem Ansatz unmittelbar angesprochen. Zu den anderen Einflüssen zählten ägyptische Skulpturen, die Bilder von Piero della Francesca und Jan Vermeer sowie die Gemälde und Drucke William Hogarths. Durch die Verarbeitung dieser Einflüsse war Hockney in der Lage, eine Reihe thematischer Interessen zu verfolgen, die sein Werk bis heute prägen: das Verhältnis zwischen Kunst und Illusion; die Perspektive und ihre Beschränkungen und seine von ihm niemals verleugneten homosexuellen Neigungen. Gelegentlich dokumentierte er auch sein Bewusstsein der Massenkultur und ihrer Produkte, wie man etwa in seinem Tea Painting in an Illusionistic Style (Teegemälde in illusionistischem Stil) von 1961 sehen kann. Er verwirklichte hier gleichzeitig mehrere Ziele: er bildete ein vertrautes Konsumgut ab; er machte einen billigen Witz auf Kosten von Francis Bacon und er erkundete die Natur des malerischen Raums. Um all dies zu erreichen, verwendete er in Kenntnis dessen, was amerikanische Maler wie Kenneth Noland und Frank Stella mit derartigem Material machten, eine gewölbte Leinwand.

David Hockney, California Art Collector (Kalifornische Kunstsammlerin), 1964, Pop Art Tradition
David Hockney, California Art Collector (Kalifornische Kunstsammlerin), 1964. Acryl auf Leinwand, 153 x 183 cm. Privatsammlung.

Hockney artikulierte zwischen 1961 und 1963 in seiner Stichserie ‘The Rake’s Progress’ (Das Leben eines Wüstlings) wesentlich komplexere Antworten auf die zeitgenössische Massenkultur. Ein Beispiel aus dieser Reihe ist unten abgebildet und diskutiert (gegenüber). Er modernisierte William Hogarths berühmten Stichsatz, indem er den Wüstling in das heutige New York und Washington verpflanzte und dort seinen Niedergang darstellte. Hockney thematisiert hier unter anderem religiöse Massenveranstaltungen, den Bodybuilding-Sport, schwule Sexualität, politische Wahlen, das Kino und das Verhältnis zwischen den Rassen, psychischen Niedergang und die mentale Unterwerfung unter die Popmusik.

Nach seiner ersten Kalifornienreise begann Hockney 1964, sich künstlerisch mit Kunstsammlern und der künstlichen Umgebung, in der sie leben, auseinander zu setzen. Ein bemerkenswertes Bild in dieser Art ist California Art Collector (Kalifornische Kunstsammlerin) von 1964, das Piero della Francesca stilistisch viel verdankt. Hockney wandte sich jedoch 1966 von der zwanglosen räumlichen Organisation und absichtlich groben Zeichnung seines frühen Werks ab und praktizierte nun eine konventionellere Organisation des Raums und eine traditionellere Art der Modellierung von Formen. Dies ist wenig überraschend, da er sich nun mehr und mehr auf Photographien als visuelle Grundlage seiner Bilder stützte. In seiner zweiten Phase untersuchte Hockney die gepflegte, aber irgendwie unbewegliche Seite des Lebens in Los Angeles. Dieser Ansatz kommt in dem Porträt von Nick Wilder von 1966 zum Ausdruck. Hier ist der Einfluss Vermeers deutlich spürbar, da fast alle kompositorischen Linien parallel zu den Rändern der Leinwand verlaufen und dem Bild so eine ruhige, hieratische Qualität verleihen. In A Bigger Splash (Ein größerer Platscher) von 1967 fing Hockney die Künstlichkeit, Hitze und Stille des wohlhabenden, hedonistischen Los Angeles, wo immer die Sonne scheint und stets der Pool lockt, perfekt ein.

David Hockney, Portrait of Nick Wilder (Porträt von Nick Wilder), 1966, Pop Art Tradition
David Hockney, Portrait of Nick Wilder (Porträt von Nick Wilder), 1966. Acryl auf Leinwand, 183 x 183 cm. Fukuoka Sogo Bank, Japan.

In den 1970er Jahren hatte Hockney kaum Interesse an der ihn umgebenden Massenkultur und zog es vor, seine Freunde und Verwandten sowie Landschaftsbilder und Stillleben zu malen. Gegen Ende dieses Jahrzehnts wandte er sich aber wieder dem Motiv des Swimming Pools zu, vor allem in einem bemerkenswerten Satz von Drucken, die sich die neue Methode der Verbindung von Pigmenten und Papier zunutze machten. In dieser vierten Phase seiner Entwicklung wurde der Einfluss von Picassos Kubismus immer stärker und ermutigte Hockney, alle möglichen widersprüchlichen Perspektiven zu erproben. Die knallbunte Farbgebung des Fauvismus fand ebenfalls Eingang in sein Werk. Dies erwies sich als sehr praktisch, als er um 1980 herum in der fünften Phase seiner Entwicklung mit der Darstellung der heißen Landschaft von Los Angeles und seiner Umgebung begann. In diesen Arbeiten verdeutlichte Hockney sehr gut die chaotische Ausdehnung der Vorstädte, die knallbunten Farben und die Vielfalt der Formen einer der am wenigsten eleganten Städte unseres Planeten. Seine Beschäftigung mit der Polaroid-Photographie mit ihren räumlichen Brüchen und der intensiven Fokussierung auf Details, die sie in Collagen ausspielen kann, ermöglichte es Hockney auch, ein sehr eindringliches Bild der amerikanischen Landschaft und ihrer Verunstaltung durch einen endlosen Schilderwald zu zeichnen.

Um einen besseren Einblick in Die Pop Art Tradition zu erhalten, setzen Sie dieses spannende Abenteuer fort, indem Sie auf:

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