Die Kunst des Krieges – Wenn die Schlachten zum Bild wird
Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Der Krieg In Der Kunst (ISBN: 9781783106820) von Victoria Charles und Sun Tzu, herausgegeben von Parkstone International.
Jede Kriegshandlung ist für den Staat von größter Bedeutung. Es handelt sich dabei um eine Sache von Leben und Tod, den Pfad, der das Überleben sichert oder in den Untergang führt. Daher ist es absolut unumgänglich, dieses Thema eingehend zu prüfen. (Sun Tzu)
Eine Liste aller Kriege, Schlachten und Kämpfe zu erstellen, die die Menschheit je ausgefochten hat, würde hier deutlich den Rahmen des Möglichen sprengen. Zum einen können wir mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass nicht alle Konflikte aufgezeichnet oder überliefert worden sind, zum anderen sind nicht alle Berichte über die Schlachten, die in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingeflossen sind, über jeden Zweifel erhaben. Dies schlägt sich in der bekannten Binsenweisheit, dass „der Sieger die Geschichte schreibe“, nieder. Letztere wirft einen Schatten des Zweifels über jene Menschheitsepochen, die schlecht dokumentiert sind bzw. nur aus bestimmten Blickwinkeln beleuchtet wurden. Wie viele kleinere Konflikte sind durch einen Spalt in der Bühne der Geschichte ins Vergessen gerutscht? Wie viele Aufzeichnungen stammen von Historikern, die Gefangene ihrer eigenen Kultur und Sichtweise waren und noch immer sind? Für den Moment lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Es bleibt uns nur, auf Quellen zu vertrauen, die eine relative Objektivität für sich beanspruchen. Es kann jedoch kein Buch dem Anspruch gerecht werden, einen vollständigen Bericht über die Geschichte der Kriegsführung abzuliefern.

Was jedoch bewerkstelligt werden kann, ist, innerhalb der Überlieferung eine Auswahl der bedeutendsten Konflikte zu treffen. Genau darin besteht auch die Zielsetzung des vorliegenden Buches: einen Überblick über jene Schlachten zu gewähren, die gesamte Menschheit oder auch nur einzelne Kulturen maßgeblich geprägt haben. Die Entscheidung für oder gegen einzelne Schlachten ist nicht nur von deren Reichweite abhängig, sondern wird auch durch Kriterien bestimmt, die die Anwendung neuer Technologien, die Gerissenheit taktischer Manöver, Geschichten persönlicher Tapferkeit und den politischen Hintergrund miteinbeziehen. Zu diesem Zweck wurden die Schriften verschiedener Wissenschaftler und Autoren herangezogen, um dadurch ein Leseerlebnis zu gewährleisten, das sich sowohl auf zeitgenössische als auch auf klassische Sichtweisen der unterschiedlichen Konflikte stützt.

Dabei sollen die Texte keinen ausführlichen Bericht jeder einzelnen Schlacht liefern, sondern vielmehr als Ergänzungen zu den jeweiligen Kunstwerken dienen und einen selektiven Einblick in die Kampfumstände oder in die eigentliche Kampfhandlung gewähren. Ob ihres Alters zeugen einige der schriftlichen Darstellungen von einem Standpunkt, der entweder in wissenschaftlicher Hinsicht überholt ist oder aus einem Jahrhundert stammt, in dem der Krieg noch nicht den Gegenstand einer kritischen Betrachtung bildete. Doch obwohl die Problematik, sich auf stets mehr oder weniger große Verzerrung aufweisende historische Berichte oder rückblickende Analysen zu verlassen, auf der einen Seite eine allgemein anerkannte Tatsache ist, lassen sich auf der anderen Seite Vorteile aus der Lektüre solcher Texte ziehen: Zumindest wird dadurch die Veränderung der Sichtweisen offenbar, die über Jahrhunderte in den Köpfen vieler Historiografen und Wissenschaftler stattgefunden hat, und es wird außerdem ein Ausblick auf ein Zeitalter gewährt, in dem der Krieg entweder als absolut adäquates Mittel zur Expansion, als geistiger Wettstreit zwischen gebildeten Menschen oder als Werkzeug natürlicher Selektion angesehen wurde.

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