Der Teufel in der Kunst
Art,  Deutsch

Die Niederlagen des Teufels: Der Kampf zwischen Gut und Böse

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem SATAN, BEELZEBUB, LUZIFER – Der Teufel in der Kunst (ISBN: 9781783106684), von Arturo Graf, herausgegeben von Parkstone International.

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SATAN hatte, wie wir gesehen haben, sehr, sehr viele Parteigänger, aber auch eine ganze Reihe Gegenspieler: Erstere in der Hölle und auf der Erde, Letztere auf der Erde und im Himmel. Die Parteigänger Satans waren alle anderen Dämonen und alle schlechten Menschen, besonders die Häretiker und die Zauberer. Seine Gegenspieler waren alle guten Menschen und besonders die Heiligen, ob nun lebend oder bereits tot, die Geistlichen, wenn auch nicht vermöge ihres Charakters, so doch kraft ihres Berufes, und auch die verschiedenen Engelsorden, die Jungfrau Maria, und Gott, der HERR.

Gott nahm – wie schon zu Zeiten der ersten Rebellion Satans – kaum an diesem Kampf teil, er wartete ab, bis die Zeit erfüllt und das vorbestimmte Ende für die Arroganz des Teufels gekommen sein würde. Er duldete, dass seine Mutter, die Heiligen, alle himmlischen Heerscharen und die Menschen, denen es nicht an seiner Gnade oder der Hilfe durch die heilige Kirche fehlte, den Kampf gegen seinen unwürdigen Feind aufnahmen. Und es war ein Kampf, der Tag für Tag ausgefochten wurde, immer wieder neu, denn kaum war Satan geschlagen, erhob er sich wieder, kaum war er von einer Stelle vertrieben, tauchte er an anderer Stelle wieder auf. Gelegentlich tauschte Satan auch die Rolle des Besiegten gegen die des Siegers.

Wir werden zunächst untersuchen, welche Siege Menschen von Fleisch und Blut über den großen Widersacher erringen konnten. Danach wollen wir sehen, welche Siege die Bewohner des Himmels über ihn erringen konnten.

Mailänder Werkstatt, Die Heilung des Besessenen von Gerasa, spätes 10. Jh., teufel
Mailänder Werkstatt, Die Heilung des Besessenen von Gerasa, spätes 10. Jh., Elfenbein. Hessisches Landesmuseum, Darmstadt.

Dem Christen, der um seines eigenen Seelenheils willen gegen Satan focht, mangelte es durchaus nicht an den für einen solch furchtbaren Kampf nötigen Waffen, weder an denen zum Angriff noch an denen zur Verteidigung. Diese Waffen waren teils spiritueller Art, teils waren sie auch real. Er konnte sich zudem der Unterstützung durch die göttliche Gnade sicher sein, ohne die es keine Hoffnung auf Erlösung gab. Und er hatte außerdem seinen Glauben und seine Tugend, hinter denen er sich zur Wehr setzen konnte wie hinter dem Bollwerk einer stark befestigten Zitadelle. Die religiösen Praktiken, denen er sich beflissen widmete – Fasten, Gebet, Befolgung der Sakramente, längere Virgilien – waren wie so viele Kriegshandlungen dazu gedacht, den Feind auf Abstand zu halten oder ihn, sollte er bereits zu weit vorangeschritten sein, zurückzudrängen.

Eine mächtige, Furcht einflößende Waffe, bei Bedarf immer zur Stelle, war das Zeichen des Kreuzes, nicht weniger nützlich beim Angriff als bei der Verteidigung. Ungezählt sind die Teufel, die aus eigenem Munde bekennen mussten, dass sie der Wirkung dieses heiligsten aller Symbole nichts entgegensetzen konnten, dass es sie mit Schrecken und Verwirrung erfüllte. Mit dem Kreuzzeichen wurden nicht nur Teufel in die Flucht geschlagen, sondern auch Feuersbrünste gelöscht, Stürme besänftigt, Kranke geheilt und viele andere schwierige Aufgaben gelöst. Große Wirkung hatten auch die Namen Gottes des Vaters, Jesu und der Jungfrau Maria, wenn sie mit der Inbrunst des Glaubens angerufen und wie eine Kampfansage den Teufeln direkt ins Gesicht geschleudert wurden.

Als nächste Waffe war da das Weihwasser, das ihre verfluchten Nacken und Rücken stärker verbrühte als das geschmolzene Blei und das siedende Pech in ihren Höllenkesseln. Die Glocken, die die Luft mit ihrem Geläut erfüllten und damit die Gläubigen zum Gebet, zu den Riten der Anbetung und zur Meditation riefen und die gnadenvollen Feiertage und Kirchenfeste ankündigten, schlugen die Dämonen weit und breit in die Flucht, verscheuchten oft die Stürme, die die Teufel heraufbeschworen hatten, und zeitigten manch andere wunderbare Wirkung. Deshalb folgt hier der Glockensang:

Laudo Deum verum,

Plebem voco,

Congrego clerum.

Defunctos ploro,

Pestem fugo,

Festa decoro.

Funera plango,

Fulgura frango,

Sabbata pango.

Excito lentos,

Dissipo ventos,

Paco cruentos;

und manchmal am Ende die furchtbare Zeile:

Est mea cunctorum terror vox daemoniorum.

Fra Angelico, Christus im Limbus, teufel
Fra Angelico, Christus im Limbus, eins von 35 Gemälden für die Silberschatzkammer der Kirche Santissima Annunziata, um 1450. Tempera auf Holz, 39 x 39 cm. Museo di San Marco, Florenz.

Die Reliquien der Heiligen, die über all die Angriffe und all die Winkelzüge Satans triumphiert hatten, waren zahllosen anderen eine große Hilfe, um ähnliche Triumphe erringen zu können. Dasselbe kann man von gewissen um den Hals getragenen oder in die Kleidung eingenähten geweihten Schriften sowie von bestimmten Amuletten sagen. Es bestand auch kein Mangel an rein natürlichen Objekten, die sich den Teufeln entgegenstellten und ihnen Schaden zufügten. Dazu gehörten bestimmte Edelsteine wie Achat und Chrysolith, vor denen die Teufel flohen, und der Saphir, der den Menschen mit Gott versöhnte. Dazu gehörten auch bestimmte Pflanzen wie Knoblauch und Raute und ein Kraut, das die Franzosen Permanable nennen und das Dämonen verzaubern konnte.

Salz war eines der Dinge, vor dem sich die Teufel am meisten fürchteten. Der Hahn war, wie bereits erwähnt, ein großer Teufelsgegner – mit seinem morgendlichen Weckruf war er der Vorbote des Tages und zwang sie (jedoch nicht alle), sich zu verstecken. Und letztlich konnte der gute Christ, wie wir noch sehen werden, in bestimmten Fällen seine Fäuste oder einen kräftigen Knüppel durchaus wirksam einsetzen. Außerdem vermochte sich jemand, der in die Gewalt des bösen Feindes geraten war, mit mehr oder weniger langen und schweren Bußübungen befreien und dem grausamen Meister den Fuß in den Nacken setzen.

Petrus Christus, Das Jüngste Gericht,1452, teufel
Petrus Christus, Das Jüngste Gericht, 1452. Holz, 134 x 56 cm. Staatliche Museen, Berlin.

Um einen besseren Einblick in Der Teufel in der Kunst zu erhalten, setzen Sie dieses spannende Abenteuer fort, indem Sie auf:

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