Gustave Courbet
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Gustave Courbet: Der Meister des Realismus

Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Gustave Courbet (ISBN: 9781783106592), von Georges Riat herausgegeben von Parkstone International.

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Gustave Courbet war ein französischer Maler, der von 1819 bis 1877 lebte. Er gilt als einer der Pioniere des Realismus in der Kunst des 19. Jahrhunderts. Courbet lehnte die idealisierten und romantischen Darstellungen von Themen ab, die in der Kunstwelt seiner Zeit vorherrschten, und konzentrierte sich stattdessen darauf, gewöhnliche Menschen und Szenen aus dem Alltag mit unbeirrbarem Realismus zu porträtieren. Seine Werke zeigen oft das ländliche Leben, Landschaften und gewöhnliche Menschen, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, und fangen die raue Schönheit und Wahrheit der Welt um ihn herum ein. Courbets kühner und revolutionärer Ansatz in der Malerei ebnete den Weg für moderne Kunstbewegungen und hatte einen bedeutenden Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen.

Der Maler Jean-Désiré-Gustave Courbet wurde am 10. Juni 1819 in Ornans geboren. In den meisten Biographien Courbets ist zu lesen, dass er als Bauernsohn aufgewachsen war und selbst auch Bauer gewesen sei. Die erste Behauptung bedarf einer Ergänzung, die zweite ist falsch. Sein Vater, Régis Courbet, war ein wohlhabender Grundeigentümer. Er besaß auf dem „Plateau der Tausend Seen“ Ländereien, die, wie in der Franche-Comté verbreitet, in kleine Parzellen aufgeteilt waren und sich über die Gemeinden Flagey, Silley und Chantrans erstreckten.

Schlafende nahe eines Baches, 1844, Gustave Courbet
Schlafende nahe eines Baches, 1844. Öl auf Leinwand, 88 x 68,5 cm. Collection Oskar Reinhart „Am Römerholz“, Winterthur.

In einem Brief an den Kunstkritiker Jules Champfleury beschreibt der Schriftsteller Max Buchon ihn mit blumigen und lebendigen Worten:

„Der Vater ist sehr viel idealistischer, ein unablässiger Erzähler, ein Naturliebhaber wie er im Buche steht, nüchtern wie ein Priester, von großer Statur, mit hoch erhobenem Haupt, ein hübscher Bursche in jungen Jahren, äußerst liebevoll, ein Mensch, für den Zeit keine Bedeutung hat, der sehr auf seine Kleidung achtet, der stets nach neuen agronomischen Ideen und Techniken sucht, Erfinder seiner persönlichen Egge, und der, gegen den Widerstand seiner Frau und seiner Töchter, Landwirtschaft betreibt, die ihm nicht viel einbringt.“

Die Erinnerung an diese perfektionierte Egge, die die gesamte Aussaat zerstörte, und jenes fünfrädrige Auto, dessen letztes Rad, am hinteren Ende des Fahrzeugs angebracht, als Auflage für Körbe mit Jagdvorräten diente, hat sich den Alten tief ins Gedächtnis gegraben. Diese und andere Erfindungen derselben Art haben ihm den Spitznamen „cudot“ eingebracht, der im regionalen Dialekt eine Person mit Flausen im Kopf bezeichnet. Kurzum, ein vortrefflicher Mensch, der, wäre er praktischer veranlagt gewesen, seinen Boden verpachten und als Junker hätte leben können.

Porträt eines Mädchens aus Ornans, 1842, Gustave Courbet
Porträt eines Mädchens aus Ornans, 1842. Öl auf Leinwand, 71 x 57 cm. Musée Gustave-Courbet, Ornans.

Ganz anders verhielt es sich mit der Mutter Courbets, Sylvie Oudot, verwandt mit dem Juristen Oudot, der Professor an der juristischen Fakultät von Paris gewesen war. Sehr beherzt bei der Arbeit, immerfort damit beschäftigt, die Folgen des ungeschickten Verhaltens ihres Mannes und seiner zahlreichen Marotten wieder in Ordnung zu bringen, war sie es, die im Grunde den Landwirtschaftsbetrieb führte und dabei noch Zeit fand, sich der Erziehung der Kinder zu widmen und abends ihrer Leidenschaft, dem Flötenspiel, nachzugehen.

Gustave war der Erstgeborene. Danach folgten drei Mädchen, die der Künstler häufig in seinen Gemälden darstellte, besonders in den Die Dorfmädchen. Zélie, die eher kränklicher Natur war und Gitarre studierte; Zoé, von blühender Phantasie und äußerst sentimental sowie schließlich Juliette, fromm und lebhaft, die sich schon früh für das Klavierspiel begeisterte.

Zusammen mit den Großeltern, denen er größte Zuneigung schenkte, war dies das familiäre Umfeld, in dem Courbet aufwuchs. Ein Milieu, das eher der Bourgeoisie als der landwirtschaftlichen Gesellschaft angehörte, jedoch nicht bourgeois genug, um dem jungen Mann die Faszination für die Natur zu rauben und zu wenig bäuerlich, um aus ihm etwas anderes als einen Anhänger der freien Berufe zu machen.

Die Sägerei an der Gauffre, Gustave Courbet
Die Sägerei an der Gauffre. Öl auf Leinwand. Privatsammlung.

Es lässt sich unschwer erkennen, wie sich Familie und Umfeld auf seinen Charakter auswirkten. Der Großvater Jean-Antoine Oudot, begeisterter Revolutionär von 1793 und überzeugter Anhänger Voltaires, machte ihn zum Verfechter republikanischer und antiklerikaler Ideen. Die verschiedenen Marotten seines Vaters kamen bei ihm ebenso zum Vorschein wie dessen Stolz, Eitelkeit und Ruhmessucht. Von seiner Mutter erbte er allem Anschein zum Trotz und wie zahlreiche Beispiele aus seinem Leben belegen, eine gewisse Sensibilität, die er jedoch stets zu verstecken suchte und die nur seinen nächsten Angehörigen bekannt war. Und schließlich hat die lange Ahnenreihe seiner Familie, die Winzer und Landwirte gewesen waren, aus ihm einen bodenständigen Menschen gemacht, mit allem, was dieses Wort beinhaltet: physische Kraft, eine gewisse Rohheit, Besitzgier, Energie, Unverdrossenheit, bisweilen vulgäres Benehmen und schonungslose Offenheit. Und schließlich besaß er diesen so seltenen Funken an Genialität, der ihn zu einem der größten Maler aller Zeiten machen sollte.

Laure Borreau, 1863, Gustave Courbet
Laure Borreau, 1863. Öl auf Leinwand, 81 x 61,2 cm. The Cleveland Museum of Art, Cleveland. © The Cleveland Museum of Art, Leonard C. Hanna, Jr., Fund 1962.2.

Seine Eltern schickten ihn 1831 in das Petit Séminaire d’Ornans, eine von Geistlichen geleitete Internatsschule für Jungen, das seine Schüler nicht nur auf das Grand Séminaire vorbereitete, sondern auch auf weltliche Berufe. Courbet fiel dort durch sein undiszipliniertes Verhalten auf. Er fand weder Gefallen an Latein, an Griechisch, noch an Mathematik und glänzte vielmehr die meiste Zeit durch Abwesenheit. Bekannt war er hingegen für seine Gewandtheit beim Schmetterlingsfang und für seine ausgezeichneten Kenntnisse der Umgebung, so dass er häufig die sonntäglichen Ausflüge anführen durfte.

Einige Kunstwerke von Gustave Courbet:

Frau mit Schmuck, Blanche d’Antigny, 1867
Frau mit Schmuck, Blanche d’Antigny, 1867. Öl auf Leinwand, 81 x 64 cm. Musée des Beaux-Arts, Caen.
Die Winzerin von Montreux, 1874
Die Winzerin von Montreux, 1874. Öl auf Leinwand, 100 x 81 cm. Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausanne.

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