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James McNeill Whistler – Geboren unter einem wandernden Stern
James Abbott McNeill Whistler (1834-1903) debütierte in der Kunstszene in einem entscheidenden Moment der Kunstgeschichte und wurde zu einer Pionierfigur. Während die Impressionisten den Inbegriff der Avantgarde verkörpern, erreichen Whistlers Gemälde ein Abstraktionsniveau, das vor ihm noch nie erreicht wurde.
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Felix Vallotton im Rampenlicht (1865-1925)
Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Buch Félix Vallotton von Nathalia Brodskaïa, herausgegeben von Parkstone International. ,‚…Sehr sonderbar, dieser Vallotton “ so beschrieb ihn einer seiner Jugendfreunde, der Herausgeber der Revue blanche, Thaddäus Natanson. Und in der Tat: Sogar seinen engsten Freunden blieb er lange unverständlich. In den Pariser Künstlerkreisen, in denen beide verkehrten, gab es nicht wenige komplizierte Persönlichkeiten, doch selbst dort stand Vallotton ein wenig abseits. Dies lag wahrscheinlich sowohl an dem Überraschenden seines Charakters als auch an seiner Kunstauffassung überhaupt. Die Malerei liebte er, dennoch gab er sie völlig unvermutet ganz zu Beginn seines Weges auf und wurde einer der bedeutendsten Grafiker im Europa der Jahrhundertwende.…
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Claude Monets Seerosen – Traumhaft oder Grauenhaft?
Claude Monet ist neben Pablo Picasso einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler unserer Zeit. „Das ist wie ein Monet“ oder „Das ist ein echter Picasso.“ ist in unserer Sprache fest verankert, sodass diese Ausdrücke auch Nicht-kunstinteressierten bekannt sind. Doch was lässt ihn sich abheben von den vielen anderen, talentierten Künstlern? Ist Monet nicht viel zu überschätzt? In meiner Zeit in München erfuhr ich aus erster Hand die Wirkung von Monets berühmten Seerosen: In der Pinakothek der Moderne beginnt eine Tour im ersten, großen Hauptsaal, indem Monets Bild „Seerosen“ (um 1915 in Giverny entstanden) in monumentaler Größe auf der rechten Hauptwand zu sehen ist, platziert neben Max Klingers Plastik „Elsa Asenijeff“…
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Faszination eines Berges
Im Jahr 1830 befindet sich ein Mann um die 70 Jahre in der näheren Umgebung eines gewaltigen Vulkans, von dessen Anblick er fasziniert ist. So beginnt dieser Mann, ein Künstler, der seine Bilder selbst mit „der vom Zeichnen Besessene“ unterschreibt, in mehreren Serien diesen Berg – Wahrzeichen und Sinnbild eines ganzen Landes – festzuhalten. Sein Name: Katsushika Hokusai (1760-1849), einer der bekanntesten Ukiyo-e-Künstler Japans. Ukiyo-e kann im Deutschen mit „Bilder der fließenden Welt“ übersetzt werden. Zwischen 1830 und 1832 fertigt Hokusai erstmals eine Serie von Ukiyo-e mit dem Titel Fugaku sanjūrokkei (Die sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji) an. Der höchste Berg Japans gilt aufgrund seines sehr symmetrischen Vulkankegels als einer…
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Seelisches Fernweh – Van Gogh und der Japonismus
Es ist kein Geheimnis, dass Vincent van Gogh (1853-1890) nicht in der besten psychischen Verfassung war, jahrelang führte er einen inneren Kampf gegen sich selbst, litt unter Depressionen und Wahnvorstellungen und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. In diesen Zeiten der Qual und teilweise nahe dem Wahnsinn, schuf er einige seiner größten Meisterwerke. Höchst verwunderlich ist darüber hinaus, dass er sich in den 1890er Jahren ausgerechnet einen Künstler zum Vorbild nahm, der gegenteiliger nicht hätte sein können: der im heutigen Tokio geborene gelernte Holzschnittkünstler Utagawa Hiroshige (1797-1858), dessen Kunst wie die traditionelle japanische Kunst im Allgemeinen auf Ruhe, Stärke und inneren Frieden basieren. War van Goghs Faszination für die japanische Kunst…















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