-
Marc Chagall – Leben und Werk
Der untenstehende Text ist ein Auszug aus dem Marc Chagall von Victoria Charles, herausgegeben von Parkstone International. Wieder einmal hat die Geschichte durch eine unerwartete Wendung in ein Men – schenleben schicksalhaft eingegriffen, und einem Verbannten, der im Exil gestor – ben ist, wird die Heimat wiedergeschenkt. Seit der Ausstellung seiner Werke, die 1987 im Staatlichen Puschkin-Museum in Moskau veranstaltet und vom Publikum begeistert begrüßt wurde, erlebt Marc Chagall eine Wiedergeburt im Lande seiner Herkunft. Es hat sich nun der sehnlichste Wunsch jenes originellsten Künstlers des 20. Jahrhunderts erfüllt – die Liebe „seines Rußlands“ hat er gewonnen. Seine auto biographische Erzählung Mein Leben, die mit der Schilderung seiner Abreise 1922 in…
-
Koitieren, cloisonnieren, mal nach Bremen fahren
„So, und jetzt bitte mal husten.“ Woran denkt ihr? Richtig, Militärdienst! Diese hier aus Gründen des Jugendschutzes (es sind Hoden involviert!) nur angedeutete Anekdote wird mit meiner Generation aussterben. Um den Wehrdienst ist es nicht schade. Um den Zivildienst vielleicht schon irgendwie ein ganz kleines bisschen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts jedenfalls entschied man in Frankreich per Los, wer eingezogen wurde. Ein gewisser Émile Bernard war 1888 unter den Glücklichen, sodass ihm sein Mentor Vincent van Gogh eines schönen Tages schrieb: „… iss gut, mache den Militärdienst gut, koitiere nicht zu viel.“ Ein Satz, den man gerne einmal selber unter einen Brief setzen würde, und ein Beweis dafür, dass im…
-
500 Jahre europäische Kunst
Kunst ist immer als Spiegel ihrer Zeit zu verstehen. Sie reflektiert Bewegungen, bildet Strömungen ab und prägt ganze Epochen. Die gesamte Geistesgeschichte mit all ihren Umbrüchen manifestiert sich in den verschiedensten Ausprägungen der Kunst. In ihr bricht sich aber auch immer wieder das Licht der Kreativität, wodurch Neues geschaffen wird, das wiederum auf reale Ereignisse maßgeblich Einfluss nehmen kann. Jedes Zeitalter hat dabei seine eigenen Stile und Techniken hervorgebracht. Geniale Meister waren zwar immer die Kinder ihrer Zeit, gleichzeitig waren sie aber ihrer Zeit auch weit voraus. Vor allem am Anfang des mehr als fünfhundertjährigen Zeitraums vom Beginn der italienischen Renaissance bis ins frühe 20. Jahrhundert halfen Universalgelehrte wie Leonardo…
-
Crossover in der Kunst – Wunderkammern der Moderne
Durch die Erweiterung des Kunstbegriffs ist es wieder möglich geworden, Kunst nicht mehr streng nach Genre oder Epochen gliedern zu müssen und daher als Ganzes und Gleichzeitiges zu betrachten. Somit kann von einem Crossover, nicht nur in der künstlerischen Praxis, sondern auch in der allgemeinen Kunstwahrnehmung gesprochen werden. Neben der Qualität und der Originalität der Kunstwerke setzen zeitgenössische Sammler immer mehr darauf, moderne Wunderkammern mit Bildern und Gegenständen zu schaffen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und ein einheitliches Ganzes verfolgen. Sie sind den Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance und des Barocks ähnlich, in denen Sammler ihre Objekte trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft gemeinsam in Räumen arrangierten und der Öffentlichkeit präsentierten. So…
-
Instantanés de l’Amérique.
Pour lutter contre les effets de la grande dépression des années 30, le gouvernement Roosevelt a mis en place le New Deal. Ce projet avait pour but de protéger et d’encourager au mieux les couches les plus pauvres de la population. Bien entendu, les artistes et les arts-visuels ont également fait l’objet d’un projet de stimulation économique avec le Federal Arts Projects développé par l’agence Work Projects Administration. Le F.A.P est à l’origine de plus de 100.000 œuvres, peintures, fresques, dessins ou encore affiches, réalisées par plus de 100 artistes entre 1935 et 1943 et constitue pratiquement la seule production artistique de cette période. Ce contexte de crise, mais aussi…
-
Barock oder Moderne – der Versuch einer Definition?
Die Kunstgeschichte hat immer versucht, jeder Epoche und jedem Stil einen Namen und eine Definition zu geben. Jahrtausende, Jahrhunderte, Jahrzehnte – aus Epochen wurden „Strömungen“. Historisch-politische Umschwünge hatten zumeist auch eine Richtungsänderung in der Kunst zur Folge, und so brachte das 17. Jahrhundert, geprägt vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und dem Absolutismus, die Kunst des Barock hervor, derer sich später auch die Aufklärung bedienen sollte. Überschwängliche, runde und ausladende Formen, ein Übermaß an Schmuck, dramatische Lichtregie, Dynamik, Symmetrie, Repräsentation und das Bewusstsein der Vergänglichkeit definieren im Allgemeinen die Architektur, Skulptur und Malerei des Barock. Das Gesamtkunstwerk prägte Profan- und Sakralbauten, ekstatische Bewegungen die Skulptur und Theatralik die Malerei. Und wer kennt…
-
Die Sonderbundausstellung – erneut in Köln
Haben Sie schon einmal vor einem Kunstwerk gestanden und waren innerlich wirklich bewegt? Vielleicht, weil Sie die Geschichte zum Werk oder die künstlerische Intention kannten, weil Sie von der Technik überwältigt waren oder einfach nur, weil es in dem Moment, in dem Sie es betrachteten, nahezu zusammenhanglos alles in Ihnen aufwühlte, Sie unglaublich beeindruckte? Dieses Gefühl ist überwältigend und leider auch viel zu selten. Es gibt viele Meisterwerke der Kunst, aber nur wenige, die uns persönlich anregen, über ein „wunderschön“ hinausgehen. Klitzekleine Synapsen in unserem Körper reagieren auf unsere Sinneseindrücke: tasten, schmecken, riechen, hören und SEHEN. Jede Epoche hat Kunstwerke hervorgebracht, die die Fähigkeit besitzen, zu bewegen. Versuchen Sie es…
-
Flucht in die Abstraktion – Die Fantasielandschaften van Goghs und Kandinskys
„Je schreckensvoller diese Welt, desto abstrakter die Kunst“, notierte Paul Klee (1879-1940) ein Jahr nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914-1918) in seinem Tagebuch. „Man verlässt die diesseitige Gegend und baut dafür hinüber in eine Jenseitige, die ganz ja sein darf“. Zur Entstehungszeit des Bildes Sternennachtbefand sich van Gogh in einer Nervenheilanstalt, das Gemälde ist nicht durch eine tatsächliche Nachtszene inspiriert. Die Farben widersprechen einer wirklichkeitsgetreuen Darstellung, die kreisförmigen und wellenartigen Formen, die flammenähnlich in den Himmel ragenden Baumkronen, die kleine Ortschaft mit den krummen Häusern und die dahinterliegende unregelmäßige Berglandschaft erzeugen eine chaotische, beunruhigende Dynamik. Ein romantischer, sternenbehangener Nachthimmel? Weit gefehlt! Sowohl Vincent van Gogh (1853-1890) als auch andere…
























You must be logged in to post a comment.